Die PDF Tools AG wünscht Ihnen frohe Festtage 2019! – Die traditionelle Schweizer Weihnachtschronik, Teil 14

Schabernack mit wilden Gesellen - Tschäggättä

Foto: www.loetschental.ch

Tschäggättä

Schabernack mit wilden Gesellen

Mythen, Sagen und Legenden beflügeln die menschliche Fantasie seit jeher. Meist mit einer bemerkenswerten Bilderwelt, deren Eindrücke sich tief in den Erinnerungen einnisten. Aus Sagenüberlieferungen entstehen oft Bräuche und Traditionen, welche trotz „digitaler Revolution“ und einem modernen Lebensrhythmus in den Köpfen und Herzen der Menschen bestehen und gepflegt werden. Eine dieser Traditionen in der Schweiz ist die Tschäggättä. Wie bei vielen alten Ritualen lässt sich der Ursprung des archaischen Brauches nicht eindeutig klären.

Das Treiben der Tschäggättä nimmt im Februar jeweils einen Tag nach Maria Lichtmess seinen Lauf und dauert bis zum Aschermittwoch. Mit Lärm und einem furchteinflössenden Erscheinungsbild werden ahnungslose Passanten ordentlich erschreckt. Es gibt einen organisierten Umzug durch die Dörfer. Aber die Tschäggättä wird in diesen Tagen auch spontan gepflegt. Die Wahrscheinlichkeit den wilden Ge-sellen zu begegnen ist in der Zeit gross.

Nur Eingeweihte wissen, wer hinter den Masken steckt. Im Namen der Narrenfreiheit ist es für die Tschäggättä wichtig, dass sie von Bekannten und Freunden auf der Strasse nicht erkannt werden. Mit dämonisch wirkenden Masken und in Felle geklei-det, schreiten die Tschäggättä durch die Dörfer des Lötschentals und treiben Scha-bernack. Begleitet und angekündigt werden sie durch den Lärm der Treicheln (Kuh-glocken), welche die meisten mit sich tragen. Das Wichtigste der Tschäggättä sind die eindrücklichen Masken, welche von Schnitzern aus dem weichen, einheimischen Ar-venholz kreiert werden. Die unheimlichen Fratzen, teils bunt bemalt und mit Fell und Zähnen verziert, geben der Erscheinung der Tschäggättä den letzten Schliff.

Das Einkleiden ist ein Gemeinschaftswerk und funktioniert nicht ohne Helfer. Zahl-reiche Schichten von Sacktüchern, Buckelkissen und Fellen werden dem Träger an-gezogen. Der Glockengurt hält, eng geschnallt, die Kleidung zusammen. Zum Schluss wird die Maske aufgesetzt. Gestützt auf einen Holzstock geht es raus in die malerisch verschneiten Gassen der Bergdörfer des Lötschentals. Ursprünglich war es ein rauer Brauch, wo Menschen gejagt, gepackt und mit Schnee und Asche eingerieben wur-den. Doch mittlerweile fallen die Scherze etwas milder aus.

Ob der Brauch heidnischen Ursprungs, dem Trinkelstierkrieg oder den Schurtendie-ben zu „verdanken“ ist - die Tradition wird im Wallis mit viel Leidenschaft und Freude gepflegt. Er ist ein Stück lebendige Geschichte des Lötschentals und der Schweizer Kultur.

Das Team von PDF Tools AG wünscht Ihnen und Ihren Lieben geruhsame Feiertage und einen erfolgreichen Start ins neue Jahr! Wir danken für Ihr Vertrauen und freuen uns auf eine weiterhin angenehme Zusammenarbeit.