Die PDF Tools AG wünscht Ihnen frohe Festtage 2014! – Die traditionelle Schweizer Weihnachtschronik, Teil 9

Schweizer Weihnachtschronik, Teil 9

Der «Grittibänz»

Der «Grittibänz» oder «Grättimaa» kann ein Zungenbrecher sein – aber normalerweise vergeht das süsse Gebäck auf der Zunge. Entstanden ist diese weihnachtliche Tradition im Mittelalter. Die Figuren verbreiteten sich mit der Zeit unter verschiedensten Namen in der gesamten Schweiz.

Erstmals schriftlich erwähnt wurde der «Chriddibänz» vor 150 Jahren. «Bänz» stellt die Kurzform des Vornamens Benedikt dar und wurde damals auch als Synonym für «Mann» verwendet. «Gritti» geht auf das Verb «gritte» zurück, welches sich auf die Beinstellung bezieht. «Grittibänz» steht also für «Mann mit gespreizten Beinen».

Meist sind die Dekorationen und die Ausgestaltung der Figur regional unterschiedlich. Je nach Landesteil trägt der Grittibänz einen Schultergurt, Turban, eine Pfeife oder einen Bischofsstab bei sich. Früher soll das Naschwerk mancherorts eine Frau gewesen sein. So hiess Mitte des 16. Jahrhunderts der Spruch der bekannten Zürcher Theologenfamilie Bullinger «Der Felix nehm zem ersten s’Horn, das Fröwli (kleine Frau) esse er erst morn».

Je nach Region bestand das ursprüngliche Gebildebrot aus Lebkuchen- oder normalem Brotteig, bevor sich der gesüsste Hefeteig durchsetzte. Wenn man heute in der Vorweihnachtszeit in die Fenster der Bäckereien guckt, schaut man in kleine schwarze Rosinenaugen von Teigmännern und -Frauen. Die Figuren sind mal einfach, oder aufwändig und liebevoll dekoriert. Auf jeden Fall zaubern sie ein Glänzen in Kinderaugen und begleiten die Vorfreude auf Weihnachten.

Haben Sie Lust bekommen, selber einen «Grittibänz» zu backen? Dann haben wir für Sie unten ein Rezept bereitgestellt.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben eine schöne und vor allem süsse Weihnachtszeit.

Ihr pdf-tools.com Team

Rezept für vier Bänzen

  • 500 gr. Mehl
  • 60 gr. Butter (flüssig)
  • 15 gr. Hefe
  • 300 ml Milch
  • 1 Ei (Dekoration)
  • 1 ½ Tl Salz
  • 2 EL Zucker

Dekoration:
Rosinen für Augen, Knöpfe usw. (Ersatzweise Mandeln)
Wer mag zusätzlich Hagelzucker als Dekor

Zubereitung

Mehl, Salz und Zucker in eine Schüssel geben. Flüssige Butter (nicht zu warm) beigeben. Etwas durchkneten. Hefe in lauwarmer Milch auflösen und alles langsam dazugeben. Weiter kneten bis der Teig glatt und geschmeidig ist. Mindestens eine Stunde bei Zimmertemperatur aufgehen lassen. Ansonsten über Nacht an einem kühlen Ort stehen und aufgehen lassen.

Wenn der Teig aufgegangen ist, vier gleich grosse Portionen schneiden und diese in eine ovale Form bringen. Mit Messer Arme und Beine «einschneiden». Kopf formen und mit Rosinen oder Mandeln die Augen und den Mund stecken. Der Fantasie sind beim Dekorieren keine Grenzen gesetzt. Anschliessend nochmals etwas ruhen lassen, mit Eigelb bepinseln und ab in den Ofen.

 

 

Backen

In der unteren Ofenhälfte bei 200 Grad ungefähr 30 Minuten backen. Klingt der Grittibänz nach dieser Backzeit beim Klopfen auf die Rückseite hohl, ist er fertig gebacken.